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Curcuma – viel mehr als nur ein Gewürz

Fachkommentar: Mag. pharm. Gabriele Müller |

Die orange-gelben Wurzeln der Curcuma Pflanze (Curcuma Longa) – auch „Gelbwurz” genannt – aus der Familie der Ingwergewächse wird seit Jahrtausenden in der indischen Heilkunde Ayurveda gegen die unterschiedlichsten Krankheiten angewendet.

Getrocknet und gemahlen kennen wir sie hierzulande vor allem als Gewürz in der südostasiatischen Küche. Curcuma bildet die Basis der Gewürzmischung Curry.

Mittlerweile bestätigen zahlreiche Forschungsergebnisse weltweit die positiven Eigenschaften und Heilwirkungen von Curcuma. Der biologisch aktivste Inhaltsstoff von Curcuma ist das Curcumin.

Wirkungen

Entzündungshemmend und antioxidativ

Entzündungen unterstützen sinnvoll unseren Körper, Krankheitserreger abzuwehren und Schäden zu reparieren. Wird allerdings eine schmerzfreie, unerkannte Entzündung chronisch, kann gesundes Gewebe angegriffen und geschädigt werden. Mittlerweile stehen solche zu lang andauernden, unbehandelten Entzündungen wie beispielsweise bei Adipositas (Fettleibigkeit) in Verdacht, Hauptursache schwerwiegender Krankheiten wie z.B. Rheuma, Diabetes, Alzheimer/Demenz, Morbus Parkinson, Krebs usw. zu sein. Hier kann das entzündungshemmende Curcuma auf natürliche Weise vorbeugend oder auch therapiebegleitend eingreifen.

Durch chronische Entzündungen kommt es in den Körperzellen zum sogenannten oxidativen Stress. Hierbei entstehen freie Radikale, die gesunde Zellen und Zellstrukturen verändern und schädigen können. Auf diese Weise entstandene entartete Zellen können schwerwiegende Auswirkungen auf den gesamten Organismus haben und im schlimmsten Falle sogar Tumore verursachen.

Wirksame Antioxidantien wie Curcuma können freie Radikale reduzieren und so den oxidativen Stress in der Zelle und somit deren Schädigung effektiv minimieren.

Daraus ergibt sich, dass sich die Gelbwurz besonders zur Prävention oder zur Therapie von Krankheiten anbietet, die durch entzündliche Prozesse ausgelöst werden und/oder bei Entzündungsschmerzen. Hier ein paar Beispiele:

  • bei Arthrose/Arthritis: Schmerzlinderung und bessere Beweglichkeit
  • bei Diabetes: geringeres Risiko für die typischen Diabetes-Folgeerkrankungen, wie etwa Nieren-, Augen- oder Nervenschädigungen
  • bei entzündlichen Darmerkrankungen: schützende, antioxidative Wirkung im Darm und Senkung der Entzündungswerte

Verbesserung der Gehirnleistung

Curcumin überwindet die sogenannte Blut-Hirnschranke. So können eine Vielzahl von Demenzerkrankungen sowie auch die altersbedingte Verschlechterung der Gehirnleistung positiv beeinflusst werden. Curcumin wirkt vorbeugend gegen entzündliche Prozesse im Gehirn und kann somit neurodegenerative Folgeschäden (Schäden durch Verlust von Nervenzellen) langfristig minimieren. Das ist deshalb so sensationell, weil es bis heute kaum Möglichkeiten zur Vorbeugung und Verlangsamung von neurodegenerativen Vorgängen gibt!

Linderung bei rheumatischen Erkrankungen

Rheumatische Beschwerden sind vielfältig, in jedem Fall aber schmerzhaft. Hervorgerufen werden alle zusammen durch Entzündungen. Curcuma hat das Potential, die Anzahl der Entzündungsherde und die Entzündungsmarker im Körper zu senken und außerdem die Zellen durch Verminderung der freien Radikale zu schützen. Schmerzen können so natürlich gelindert und Schwellungen reduziert werden.

Hilft der Verdauung

Curcuma hat verdauungsfördernde Wirkungen. Es regt die Bildung von Gallensäuren in der Leber an und erhöht deren Ausschüttung. Dadurch kann Fett besser verdaut werden. Blähungen und Völlegefühl verbessern sich. Des Weiteren kann Curcuma die Zusammensetzung der Darmflora positiv beeinflussen.

Weitere Heilwirkungen von Curcuma, die zurzeit Erfolg versprechend erforscht werden:

  • Cholesterin senkend
  • Verbesserung des Fettstoffwechsels
  • Blutzucker regulierend
  • Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes
  • entgiftend
  • Krebs vorbeugend
  • Vorbeugung und Therapie der Makula-degeneration

Achtung
Bitte besprechen Sie eine Curcuma-Einnahme bei chronischen Erkrankungen stets mit Ihrem Arzt oder Apotheker und verändern Sie die Dosis eines verordneten Medikamentes nie selbstständig.

Leider reicht die Verwendung als Gewürz nicht aus. Therapeutische Anwendungen erfordern hohe Dosierungen von mehreren Gramm pro Tag.

Die Dosierung von Curcuma ist abhängig von den Beschwerden und dem Krankheitsbild: 1,5 bis 3 g gelten als mittlere Tagesdosis, 8 bis 12 g als Tageshöchstdosis. Um die 350 mg ist eine präventive Menge und könnte länger-fristig eingenommen werden. Das isolierte Curcumin in Präparaten dagegen wirkt stärker.

Vorsicht
bei Vorerkrankungen wie z.B. Gallensteinen, Magenproblemen und/oder Einnahme von Medikamenten wie z.B. Blutverdünnern. Bitte hier vorher beim Arzt oder in der Apotheke nachfragen.

Der Haken: Curcumin wird sehr schlecht aufgenommen.

Curcumin ist nicht wasserlöslich und wird im Darm nur extrem schlecht resorbiert. Deshalb sollte man es stets mit etwas Fett zu sich nehmen. Die Bioverfügbarkeit und damit die Wirkung von Curcumin kann auch erhöht werden, wenn es gemeinsam mit Piperin, einem Wirkstoff aus schwarzem Pfeffer kombiniert wird. Dieser kann allerdings empfind-liche Schleimhäute reizen.

Inzwischen gibt es Curcuma auch als Nahrungsergänzungsmittel in unterschiedlichen Formen. In hochwertigen Präparaten ist eine gut verfügbare, konzentrierte Form des Curcumins enthalten. Hier wird es in kleinste, sehr gut verfügbare Teilchen (Mizellen) verpackt. Sinnvoll ist auch eine Kombination mit dem ebenfalls antientzündlich wirksamen Weihrauch (Boswellia).

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