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Ran an den Speck

Fachkommentar: Mag. pharm. Gabriele Müller |

Diabetes mellitus wird umgangssprachlich auch Zuckerkrankheit genannt. Diese chronische Stoffwechselerkrankung zeichnet sich durch einen zu hohen Zucker (Glucose) Gehalt im Blut aus.

Im Wesentlichen unterscheidet man zwei Formen: Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes. Diabetes Typ-1 ist eine Autoimmunerkrankung: Durch einen Fehler unseres Immunsystems werden die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört. Sie tritt häufig bereits im Kindes- oder Jugendalter auf.

Nur mit Hilfe des Hormons Insulin gelangt der Zucker aus dem Blut heraus in unsere Zellen hinein. Somit wirkt Insulin Blutzucker senkend.

Die Hauptursache für Diabetes Typ-2 (Alterszucker) ist eine Insulinresistenz, bei der die Zellen des Körpers nicht mehr auf Insulin reagieren. Die Glucose bleibt im Blut – der Blutzuckerspiegel steigt. Die Bauchspeicheldrüse produziert daraufhin immer mehr Insulin (Hyperinsulinämie), um den Zuckergehalt im Blut zu senken. Irgendwann jedoch gelangt die Insulinproduktion an ihre Grenzen und erschöpft schließlich ganz.

Die Veranlagung zu Diabetes Typ-2 ist erblich. Wenn nahe Verwandte (Eltern, Geschwister) erkrankt sind, beträgt die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens ebenfalls Diabetiker zu werden bis zu 60 Prozent.

Tipp
Der Lebensstil entscheidet.Denn: Trotz erblicher Vorbelastung muss es nicht zwangsläufig zur Erkrankung kommen. Entscheidend ist vor allem ein ungesunder Lebensstil mit starkem Übergewicht und vor allem Bewegungsmangel.

Denn Fettgewebe, insbesondere die Fettzellen am Bauch schüttet Entzündungs-Botenstoffe aus, die eine Insulinresistenz sehr begünstigen. Bewegungsmangel macht vor allem unsere Muskelzellen unempfindlich gegen Insulin.

Wie erkennt man Diabetes?

Diabetes mellitus ist griechisch und heißt „honigsüßer Durchfluss“. Das Hauptsymptom der Krankheit ist nämlich die Ausscheidung von Glucose im Urin. So versucht der Körper den Zucker im Blut loszuwerden.

Weitere Anzeichen sind beispielsweise:

  • starker Durst
  • häufiger Harndrang
  • Gewichtsverlust
  • Durchblutungsstörungen
  • häufige Infektionen der Harnwege
  • Sehstörungen
  • schlechte Wundheilung
  • geschwächte Immunabwehr

Wie kann man Diabetes feststellen?

Mit der Bestimmung des Blutzuckerwertes. Liegt dieser nüchtern über 126 Milligramm pro Deziliter und nach einer Nahrungsaufnahme über 200 Milligramm pro Deziliter, ist das ein Anzeichen einer möglichen Diabeteserkrankung. Oft wird auch ein Glukosetoleranztest (Zuckerbelastungstest) durchgeführt. Dem Betroffenen wird erstmals im nüchternen Zustand Blut abgenommen. Danach wird eine Glucoselösung verabreicht. In bestimmten Abständen wird erneut der Blutzuckerwert bestimmt. So kann dessen Anstieg genau nachvollzogen werden.

Der sogenannte HbA1c-Wert ist ein Langzeit-Blutzuckerwert. Er spiegelt den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der letzten zwei Monate wider. Je mehr Glucose im Blut ist, desto mehr davon bindet sich an den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin). Bei Gesunden liegt der Wert bei etwa vier bis sechs Prozent.

Therapie Massnahmen

Ziel der  Behandlung ist die Erhaltung der Lebensqualität und vor allem Vermeidung von Folgeschäden an z.B. Blutgefäßen, Herz, Nieren, Nerven, Augen und Füßen.

Typ-1-Diabetiker müssen nach einer Blutzuckerkontrolle das fehlende Insulin mit Hilfe von Injektionen ersetzen. So können sie fast ein normales Leben führen.

Typ-2-Diabetes wird zunächst mit einer Umstellung der Lebensgewohnheiten therapiert.

Die auslösende Insulinresistenz kann durch kohlenhydratarme, ballaststoffreiche, kalorienreduzierte Ernährung, Bewegung und Gewichtsabnahme vermindert und sogar behoben werden.

Erst wenn diese Maßnahmen keinen Erfolg zeigen, ist der Einsatz von Medikamenten (Antidiabetika) oder sogar Insulin notwendig.

Verschiedene Wirkstoffe kommen hier einzeln oder in Kombination zum Einsatz.

  • „Klassische“ Wirkstoffe erhöhen die Empfindlichkeit für das Insulin (z.B. Metformin) oder steigern seine Freisetzung (z.B. Sulfonyl-
    harnstoffe
    ).
  • Neuere, moderne Medikamente greifen über den Darm in den Zucker-Stoffwechsel ein. Die DPP-4-Hemmer oder die GLP-1-Analoga erhöhen über das Darmhormon GLP-1 die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse. Die SGLT-2-Hemmer verstärken dagegen die Zuckerausscheidung über die Nieren.

Eine Insulintherapie (siehe Behandlung Typ-1) kommt erst zum Einsatz, wenn sich mit Antidiabetika plus Ernährungs- und Bewegungstherapie keine akzeptablen Blutzuckerwerte erreichen lassen.

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