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Reizender Frühling – Es (f)liegt was in der Luft.

Fachkommentar: Mag. pharm. Gabriele Müller |

Der Frühling ist da. „Im Prater blüh’n wieder die Bäume…“ Es kribbelt im Bauch. Bei rund 1 Million Österreichern kribbelt es leider nicht nur dort, sondern vor allem in der Nase.

Häufige Symptome einer Pollenallergie sind:

  • rinnende oder verstopfte Nase, wird oft mit einer normalen Erkältung verwechselt

  • rote, tränende Augen mit Juckreiz und Fremdkörpergefühl, Bindehautentzündung
  • juckende, geschwollene Schleimhäute
  • Atembeschwerden und/oder Asthma
  • allgemeine Müdigkeit und Schlappheit

Aber auch Kopfschmerzen, Hautausschläge, Magen-Darmbeschwerden, Schlafstörungen usw. sind häufige Begleiterscheinungen. In seltenen Fällen reagiert der Körper mit einer besonders heftigen allergischen Reaktion, dem anaphylaktischen Schock. Dieser kann lebensbedrohliche Auswirkungen haben. Hier ist sofortige ärztliche Hilfe erforderlich.

Ohne Gegenmaßnahmen entstehen aus einem Heuschnupfen im Laufe der Jahre Entzündungen in den tiefer gelegenen Atemwegen wie z.B. Asthma. Dies wird „Etagenwechsel“ genannt. Deswegen sollten Allergiker quälenden Husten stets von einem Arzt abklären lassen.

Wie entsteht eine (Pollen) Allergie?

Kommen eigentlich harmlose Stoffe mit unseren Schleimhäuten in Berührung, lösen sie bei Allergikern Entzündungsreaktionen aus. Unser Abwehrsystem bekämpft diese „Angreifer“ als wären sie gefährlich. Dies passiert allerdings erst, nachdem es diese Substanz (Allergen) zuvor erstmalig kennen gelernt hat. Bei diesem ersten Kennenlernen entscheidet sich unsere Immunabwehr, ob der Fremdkörper als Freund oder Feind zu werten ist. Wird er als „feindlich“ eingestuft und vorgemerkt, bildet das Immunsystem so genannte Antikörper gegen das Allergen, um es beim nächsten Kontakt gezielt bekämpfen zu können. Bei erneuter Berührung werden mit Hilfe dieser Antikörper entzündungsauslösende Botenstoffe wie das Histamin ausgeschüttet. Im Falle unserer Pflanzenpollen nennt man das allergische Rhinitis oder umgangssprachlich „Heuschnupfen“.

Neben den Pflanzenpollen können z.B. auch Tierhaare, Hausstaubmilben, Schimmelpilze, Lebensmittel, Duftstoffe, Farbstoffe und vieles mehr allergische Reaktionen auslösen. Deswegen sollten Betroffene durch einen Allergietest beim Facharzt abklären lassen, welcher Stoff (Allergen) der Auslöser ist. So kann man diesen gezielt meiden.

Pollenallergiker sollten wissen was und wieviel davon in der Luft (f)liegt.

Hierbei helfen Pollenflugkalender (siehe S.19), die tagesaktuell z.B. unter www.pollenwarndienst.at zur Verfügung stehen. Hier ist genau zu ersehen, welche Pflanzen gerade blühen und wie hoch die Luft belastet ist.

Praktische Tipps bei Pollenbelastung:

  • Halten Sie sich so wenig wie möglich im Freien auf und treiben sie vor allem keinen Sport draußen. Dies gilt besonders an trockenen und windigen Tagen.

  • Richtig Lüften: Die geringste Pollenkonzentration herrscht in der Stadt zwischen 6 und 8 Uhr morgens und auf dem Land zwischen 19 bis 24 Uhr. Lüften Sie in dieser Zeit, so halten Sie viele Pollen draußen.
  • Waschen Sie Ihre Haare vor dem Zubettgehen, denn sie sind gute Pollenfänger. Getragene, pollenbelastete Kleidung bitte nie im Schlafzimmer aufbewahren.
  • Gewaschene Wäsche nicht im Freien trocknen.
  • Staubsauger mit Pollenfilter verwenden.
  • Bei der Autobelüftung bzw. Klimaanlage einen Pollenfilter einbauen und diesen regelmäßig austauschen. Das Gleiche gilt für Klimaanlagen in geschlossenen Räumen.
  • Juckende Augen nicht reiben. Durch den Druck beim Reiben wird weiteres Histamin freigesetzt und der Juckreiz verstärkt.
  • Pflege und Spülung der Nasen- und Augenschleimhäute mit geeigneten Lösungen (zum Beispiel isotonische Kochsalzlösung).

Therapie

Die Behandlung von Allergien steht auf drei Säulen:

  • Vermeiden des Kontaktes mit dem Allergen (siehe oben).
  • Spezifische Immuntherapie, SIT: (Allergie-Impfung, Hyposensibilisierung): Hier wird die Allergie ursächlich bekämpft, indem man versucht, den Körper an das Allergen zu gewöhnen. Dieses wird in kleinsten Mengen regelmäßig entweder unter die Haut gespritzt (subkutane Hyposensibilisierung) oder als Tropflösung bzw. als Tablette unter die Zunge gegeben (sublinguale Hyposensiblisierung). Idealer Zeitpunkt für den Therapiebeginn ist der Herbst. Die Therapie dauert normalerweise drei Jahre.
  • Unterdrücken der Symptome mit antiallergischen Medikamenten (Antihistaminika) entweder zum Einnehmen oder lokal angewendet als Nasensprays oder Augentropfen.

Rezeptfreie Medikamente  zur Allergiebehandlung:

  • Alpha-Sympathomimetika: Oxymetazolin, Xylometazolin, Tramazolinhydrochlorid, u.a. in Nasentropfen/-sprays – schnelle Hilfe durch Abschwellung der SchleimhautAchtung
    nicht länger als 1 Woche anwenden, sonst Schädigung und Schwellung der Nasenschleimhaut!
  • Antiallergika:
    • Mastzellenstabilisatoren: Wirkstoff: Cromoglycinsäure als Nasenspray oder Augentropfen – verringert die Freisetzung von Histamin aus den Mastzellen.Wichtig
      regelmäßige und vor allem vorbeugende Anwendung ist erforderlich!
    • Antihistaminika: unterdrücken die Histamin-Ausschüttung.
      • Wirkstoffe zum Einnehmen: Loratadin, Cetirizin, Levocetirizin u.a.Vorsicht
        einige davon können die Reaktionsfähigkeit einschränken und müde machen. Fragen sie in ihrer Apotheke nach.
      • Wirkstoffe zur lokalen Anwendung wie Azelastin, Levocabastin u.a. als Nasensprays oder Augentropfen.
    • Pflanzliche Mittel: Die Traganthwurzel (lat.: Astragalus membranaceus) ist schon sehr lange in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) in Verwendung. Traganth setzt die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen herab und verringert dadurch die Histaminausschüttung. Er eignet sich hervorragend zur prophylaktischen, akuten und vor allem Langzeitanwendung, um allergische Beschwerden nebenwirkungsfrei zu lindern.
    • Magnesium: Magnesium verringert die Ausschüttung von Histamin.

Tipp
In der Pollenflugzeit sollten Allergiker ausreichend trinken, denn feuchte Schleimhäute sind abwehrstärker. Außerdem ist eine gute Versorgung des Körpers mit ausreichend Magnesium, Zink, Vitamin C und Selen erforderlich, um das überforderte Immunsystem zu unterstützen.

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