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Schwache Venen – Wenn die Pipeline schadhaft wird.

Paracelsus Apotheke Venenprobleme

Fachkommentar: Mag. Pharm. Adelheid Tazreiter

Unser Herz pumpt das im Lungenkreislauf mit Sauerstoff angereicherte Blut durch die Arterien in die äußeren und unteren Körperregionen, um diese mit lebensnotwendigem Sauerstoff zu versorgen.

Danach muss das sauerstoffarme Blut wieder zum Herzen zurück, von unten gegen die Schwerkraft hinauf, 7.000 Liter pro Tag. Eine derartige Pumpleistung ein Leben lang zu erbringen, erfordert von unserem Körper ein ausgeklügeltes System – die sogenannte „Venenpumpe“.

Bei jeder Bewegung der Beine werden die in der Muskulatur der Füße und Beine eingelagerten Venen zusammengepresst und wieder ausgedehnt. Gemeinsam mit gesunden Venenklappen, die quasi als Rückschlagventile fungieren, bringt diese „Venenpumpe“ – auch „Muskelpumpe“ genannt – das Blut nach oben zum Herzen, egal ob wir sitzen, stehen oder gehen. Solange wir unsere Beine regelmäßig bewegen und die Venenklappen gesund bleiben, funktioniert dieses System problemlos.

Andernfalls entstehen Venenleiden, die ca. 20% der Erwachsenen betreffen, Frauen 3 mal häufiger als Männer.

Eine Reihe von Risikofaktoren begünstigen die Entwicklung der Venenschwäche:

  • hormonelle Einflüsse bei Frauen
  • Übergewicht
  • Bindegewebsschwäche
  • Rauchen
  • höheres Alter
  • Hitze

In der Folge geben die Venenwände nach, die Venenklappen schließen nicht mehr richtig, was zu einem Druckanstieg führt. Es entstehen sackartige Erweiterungen der oberflächlichen Venen, sogenannte „Krampfadern“. Mitunter tritt Flüssigkeit ins umliegende Gewebe aus (Ödembildung) und die Beine schwellen an. Die Durchblutung der kleinsten Blutgefäße wird gestört, was die Ernährung der Haut behindert. In schlimmen Fällen entwickeln sich Hautveränderungen und Geschwüre bis hin zum „offenen Bein“ (Ulcus cruris). Akut können sich bei Betroffenen auch schmerzhafte Venenentzündungen oder eine gefährliche Thrombose bilden.

Grundsätzlich sollten Venenprobleme von Beginn an vom Arzt untersucht und bei Bedarf entsprechend behandelt werden, bei einer akut auftretenden Rötung und/oder Verhärtung muss der Arzt allerdings umgehend aufgesucht werden, um ernste Folgen zu vermeiden.

Achtung

Wärme begünstigt den fortschreitenden Prozess der Venenschwäche und daher sollten Betroffene heiße Wannenbäder, Thermen- und Saunabesuche sowie Sonnenbäder gänzlich vermeiden.

Doch auch ohne direktes Sonnenlicht wird die Venenproblematik durch die hohen Temperaturen im Sommer verstärkt. Schon während des Tages kann sich ein unangenehmes Hitze und Spannungsgefühl in den Beinen ausbreiten, die bis zum Abend immer „schwerer“ werden und eventuell auch anschwellen. In gravierenden Fällen schmerzen die Venen in der Nacht so stark, dass es zu Schlafstörungen kommt.

Eine Behandlung sollte je nach Ausprägung der Beschwerden immer auf 2 Ebenen stattfinden: einerseits eine medikamentöse Therapie und andererseits die Einhaltung einiger Verhaltensregeln.

Die wichtigsten pflanzlichen und schulmedizinischen Wirkstoffe:

  • Aescin aus der Rosskastanie: zum Einnehmen und/oder als Salbe bzw. Gel. Wirkt abschwellend und entzündungshemmend.
  • Flavonoide aus dem roten Weinlaub oder dem Buchweizen: zum Einnehmen. Haben einen abdichtenden Effekt auf die Gefäßwände.
  • Heparin wirkt blutgerinnungshemmend. Wichtiger Wirkstoff zur Vorbeugung einer Thrombose (als Injektion) – rezeptpflichtig! Rezeptfrei: äußerlich als Salbe oder Gel – Wirkungsintensität fraglich.
  • Verschreibungspflichtige Medikamente

Verhaltenstipps – speziell für die kommenden heißen Sommertage:

  • Beine nicht in die pralle Sonne!
  • Kalte Beinduschen: von unten beginnend werden die Beine kalt abgeduscht; an der Innen- und Außenseite jeweils etwa 15 Sekunden lang.
  • Beine falls möglich zwischendurch hochlagern (Füße höher als Herz).
  • Auch wenn es im Sommer besonders verlockend ist: keine höheren Absätze tragen.
  • Lange Urlaubsfahrten im Sitzen wenn möglich vermeiden – wenn’s nicht anders geht: viele Pausen einlegen, in denen die Beine bewegt werden.
  • Keine einschnürenden Socken tragen, dafür Kompressionsstrümpfe (da gibt es mittlerweile schicke und leichtere Produkte), die auf das Bein von unten nach oben abnehmend Druck ausüben und dadurch die Venen unterstützen. Wer im Sommer gar keine Kompressionsstrümpfe anziehen möchte, der sollte sich zumindest mit Stützstrümpfen anfreunden.
  • Langes Stehen immer wieder unterbrechen durch Anheben und Absenken in den Zehenstand (ca. 20mal hintereinander) – das kann auch am Arbeitsplatz zwischendurch gemacht werden.
  • Viel Trinken!
  • Bewegung: Denken Sie an das Motto “Der beste Weg zur Gesundheit ist der Fußweg“ und gehen Sie täglich mindestens 30 Minuten zu Fuß – es sei denn, Sie leiden noch an anderen Erkrankungen, dann besprechen Sie es vorher mit Ihrem Arzt.  Es eignen sich auch Ausdauersportarten wie Schwimmen, Walken oder Rad fahren.

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