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Trommelwirbel im Turmzimmer.

Wie oft greifen Sie sich an den Kopf?

Fachkommentar: Mag. pharm. Adelheid Tazreiter |

Es ist zum Aus- der-Haut- Fahren. Lange war es ausreichend leise. Nicht wirklich beeinträchtigend. Tablettengedämpft. Doch es lässt sich nicht abschütteln…

Immer bunter wird das Poltern, immer enger der Griff des Schmerzes. Der Kopf leidet, das Zentrum all unserer å und Gefühle schreit. Der Alltag wird zur Mühsal, die Freude geht verloren.

Sie haben das sicher schon so ähnlich erlebt, denn Kopfweh ist die zweithäufigste Form von Schmerz.

Typischerweise sind Frauen betroffen, doch auch das männliche Geschlecht quält sich mitunter mit den Symptomen ab.

Von den mehr als 250 bekannten Arten des Kopfschmerzes ist der Spannungskopfschmerz am weitesten verbreitet, gefolgt von der seltener auftretenden Migräne. Auch Kinder sind davor nicht gefeit.

Ab 50 nimmt die Häufigkeit von Kopfweh-Attacken meist ab. Die Qualität des Leidens kann sehr unterschiedlich sein. Der Beginn manchmal schleichend oder ganz plötzlich, die ausgeprägte Phase dumpf im Hintergrund bleibend, heftig pochend oder laut stechend, mitunter begleitet von Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Sehstörungen und/oder Übelkeit und Erbrechen.

Cephalgie, wie Kopfschmerz medizinisch bezeichnet wird, beruht auf der Reizung von Schädel, Hirnhäuten, Blutgefäßen im Gehirn oder Nerven.

Von primären Kopfschmerzen spricht man, wenn keine erkennbare Ursache vorliegt, sondern die Cephalgie als eigenständiges Krankheitsbild auftritt. Dazu gehört der Spannungskopfschmerz, Migräne, Cluster- oder ähnliche Trigeminus-induzierte Kopfschmerzen.

Liegen eine Grunderkrankung oder andere Einflüsse den Schmerzen zugrunde, handelt es sich um die sekundäre Form der Cephalgie. Das Kopfweh entsteht beispielsweise als Folge einer Verletzung, durch Blutungen im Gehirn, durch Infektionen (z.B.: Grippe, Nasennebenhöhlenentzündung, Hirnhautentzündung u.a.), durch einen Hirntumor, Probleme mit der Halswirbelsäule oder durch Augenerkrankungen (u.a.).

Besonders bei Kindern, die häufig unter einem Brummschädel leiden, sollte an eine mögliche Fehlsichtigkeit gedacht werden.

Sogar die vermeintlich schönste Sache der Welt (beginnt mit S und endet mit x) hinterlässt manche – meist männliche – Liebenden mit einem „dummen“ Kopf.

Hoher Konsum von Schmerztabletten (Analgetika) kann zum Medikamenten-induzierten Kopfschmerz führen. Menschen, die an Spannungskopfschmerz oder Migräne leiden, und deshalb häufig zu Tabletten greifen, erzeugen dabei eine Art Teufelskreis. Die lindernde Wirkung wird immer schwächer, wodurch umso mehr Schmerzmittel eingenommen werden – jedoch ohne das Leiden erfolgreich zu bekämpfen, im Gegenteil, die Schmerzen werden intensiver. Auch andere Arzneimittel können Kopfschmerzen auslösen, wie etwa blutdrucksenkende Nitrate.

Auf die häufigsten Arten der Cephalgie (Spannungs- und Clusterkopfschmerz, Migräne u.a.) werden wir in den nächsten Ausgaben noch näher eingehen. Wodurch diese primären Formen verursacht werden, ist nicht genau bekannt. Man weiß allerdings, dass einige Faktoren das Schmerzgeschehen verstärken oder sogar auslösen können.

Unregelmäßiger oder zu kurzer Schlaf sowie Stress oder Hunger und Flüssigkeitsmangel ziehen häufig Kopfweh nach sich.

Der einseitige, besonders quälende Cluster-Kopfschmerz tritt gern in Zusammenhang mit Alkoholkonsum auf. Langes Arbeiten am Computer, Rauchen, Wetterumschwünge oder Hormonschwankungen bei Frauen sind weitere typische Auslöser für die Pein im Kopf.

Aus medizinischer Sicht sind Kopfschmerzen zumeist harmlos, auch wenn sie die Lebensqualität für eine Zeit lang spürbar beeinträchtigen können.

Die kurzfristige Anwendung von Schmerzmittel oder alternativen Heilmethoden verringert das Leiden zumeist auf ein erträgliches Ausmaß.

Doch in einigen Fällen sollten Sie umgehend den Arzt aufsuchen:

  • wenn im Vorfeld eine Kopfverletzung aufgetreten ist
  • wenn starke Übelkeit und Erbrechen dazukommen
  • wenn der Nacken deutlich steif ist
  • wenn die Kopfschmerzen ganz plötzlich auftreten, sehr intensiv sind und eventuell von Ausfallserscheinungen (Verwirrtheit, Seh- Hör- und Sprachstörungen u.a.) begleitet werden.

Ebenfalls ärztlich abgeklärt gehören Kopfschmerzen, die über Wochen und Monate hinweg regelmäßig zutage treten.

Je nach Art der Cephalgie gibt es unterschiedliche Therapiekonzepte:

  • Im Akutfall steht die Schmerzstillung im Vordergrund, wenn nicht-medikamentöse Maßnahmen, wie sie weiter unten beschrieben werden, keine Linderung bringen. Als rezeptfreie analgetisch wirksame Arzneistoffe stehen zur Auswahl: Paracetamol, Ibuprofen, Acetylsalicylsäure u.a. – je nach individueller Situation. Vosicht bei Medikamenten-induziertem Kopfschmerz: Analgetika sollten ausschließlich nach Absprache mit dem Arzt eingenommen werden!

    Achtung
    Sie sollten Schmerzmittel im Rahmen der Selbstmedikation nie länger als an drei bis vier aufeinanderfolgenden Tagen und nicht mehr als an zehn Tagen pro Monat einnehmen! Lassen Sie sich bezüglich Neben- und Wechselwirkungen in der Apotheke beraten!
  • Migräne oder chronische Kopfschmerzen gehören unbedingt in ärztliche Behandlung! Dafür stehen je nach Diagnose spezielle Arzneimittel zur Verfügung.
  • Nicht-medikamentöse Therapie:
    Gerade bei den verbreiteten Spannungskopfschmerzen können lockernde und beruhigende Methoden wie spezielle Übungen, die der/die PhysiotherapeutIn empfiehlt, auch im Akutfall helfen. Ein paar Schritte an der frischen Luft und ein großes Glas Wasser sind ebenfalls gute „Erste-Hilfe“-Maßnahmen.
  • Wer häufiger unter einem Brummschädel leidet, kann mit regelmäßig angewandten Entspannungstechniken – wie etwa der „Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson“ – sowie ausreichend Ruhe- und Schlafzeiten einer neuen Attacke vorbeugen. Auch Akupunktur, manuelle Techniken für die Halswirbelsäule oder die Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS) erzielen bei chronischen Kopfschmerzen Erfolge.
  • Alternative und pflanzliche Heilmethoden:
    • Sehr beliebt ist die berühmte Tasse Kaffee, die im Frühstadium das Leiden noch abwenden kann.
    • Mutterkraut und Pestwurz-Extrakte zum Einnehmen sind individuell wirksam.
    • Ätherisches Pfefferminzöl wird sehr erfolgreich bei Kopfschmerzen eingesetzt. Ein bis zwei Tropfen werden auf Schläfen und eventuell auch Stirn aufgetragen.Vorsicht
      Pfefferminzöl darf nicht in die Augen geraten und ist nicht für Asthmatiker, Schwangere und Kleinkinder geeignet!
    • Kopfschmerz-Tagebuch: Für chronische SchmerzpatientInnen oder Menschen, die von Migräne betroffen sind, ist es sehr empfehlenswert über das Schmerzgeschehen Buch zu führen. Dabei können Auslöser wie das Wetter oder Stress-verursachende Faktoren mitnotiert werden sowie Begleitsymptome und die Behandlungsmaßnahmen.

Dem Arzt erleichtert es die Erstellung von Diagnose und Therapie-Plan und der/die PatientIn lernt besser, mögliche Auslöser zu vermeiden.

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